Produktverantwortung

Strategie der Gurit zum Umgang mit gefährlichen Chemikalien

1. Einleitung

Der Geschäftsbereich Werkstoffe von Gurit stellt viele Produktarten her - von formulierten Laminiersystemen über Klebstoffe und Kernmaterialien zu Prepregs. Infolgedessen werden viele verschiedene Chemikalien verwendet, die die Basis unserer Produkte bilden. So wie die chemischen Bestandteile stark variieren, so sehr sind auch die mit ihnen verbundenen Gefahren unterschiedlich. So wie Gurit um die Leistung ihrer Produkte weiß, so versteht Gurit auch die Notwendigkeit, die Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die Teil der Eigenschaften der von uns verwendeten und hergestellten Chemikalien und Produkte sind, zu identifizieren und zu steuern.

Über die Jahre wurden viele gesetzliche Anforderungen in internationale Rechtsvorschriften aufgenommen, um die Menschen und Umwelt vor den möglichen Nebenwirkungen der Exposition gegenüber gefährlichen Chemikalien zu schützen. Während die Emissionen aus industriellen Großanlagen deutlich reduziert wurden, fehlen jedoch immer noch grundlegende Informationen zu Umwelt- und Gesundheitsrisiken vieler auf dem Markt befindlichen Chemikalien, die für Herstellungsprozesse und in Alltagsprodukten verwendet werden. Darüber hinaus haben Fortschritte in der Analysentechnik gezeigt, dass viele dieser Chemikalien in der Umwelt weit verbreitet sind und auch in menschlichen Geweben gefunden werden können. Diese Faktoren haben zu zunehmenden Besorgnissen der Bevölkerung über Chemikalien und zu Zweifeln hinsichtlich der Wirksamkeit der Regulierungssysteme beigetragen, nicht akzeptable Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Umwelt zu antizipieren und zu verhindern. Dies führte zur Ausarbeitung von staatlichen chemikalienpolitischen Regelwerken, die von der REACH-Verordnung der EU (Verordnung über die Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien) über den TSCA in den USA und das chinesische Dekret 591 zu Vorschriften bezüglich der sicheren Handhabung von gefährlichen Chemikalien in China reichen, um nur einige zu nennen. Die Ausarbeitung solcher Vorschriften, um die gefährlichsten Chemikalien zu kontrollieren, gekoppelt mit der Einführung des GHS (global harmonisiertes System), das von der Mehrheit der UN-Länder bereits eingeführt wurde oder gerade eingeführt wird, bedeutet, dass es eine größere Harmonisierung bei der Klassifizierung und Kommunikation von gefährlichen Chemikalien gibt. Die Kombination verstärkter Identifizierung, Kommunikation und Kontrolle bedeutet, dass alle Anwender von Chemikalien besseren Zugang zu Informationen über chemische Gefahren und potentielle Einschränkungen in Verbindung mit der chemischen Verwendung haben, was letztendlich eine bessere Steuerung der Risiken ermöglicht.

2. Chemische Substitution

ISO 18001:2007 beinhaltet das Konzept der Risikoreduzierung und im Einklang mit der gängigen Praxis die Substitution gefährlicher Chemikalien mit weniger gefährlichen Äquivalenten. Bevor wir die Substitution einer bestehenden Chemikalie in Erwägung ziehen, müssen wir sicherstellen, dass jeder Ersatz zum Herstellungsprozess passt, und dass Änderungen keine Auswirkungen auf aktuelle Zertifizierungen oder Qualifikationen, die das Produkt derzeit hat, haben. Folglich ist es nicht immer möglich, Chemikalien in vielen bestehenden Produkten zu substituieren, und selbst wenn es möglich ist, können die Kosten für die Vornahme dieser Änderungen viel zu hoch sein. Daher konzentriert sich die Substitution oder Eliminierung von Chemikalien in Rezepturen auf neue Produktentwicklungstätigkeiten.

3. Strategie

Gurit erkennt an, dass gefährliche Chemikalien verwendet werden müssen, um Qualitätsprodukte herzustellen. Gleichzeitig jedoch sind wir uns bewusst, dass diese mit dem Wissen über die Gefahr, die sie für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellen, verwendet werden müssen. Es wird erwartet, dass sich die Zahl der Chemikalien, die gesetzlichen Einschränkungen unterzogen werden, erhöhen wird, da die zur Verfügung stehenden Gefahrendaten aufgrund gesetzlicher Bestimmungen, wie die REACH-Verordnung, stetig anwachsen. Die Verfolgung solcher Faktoren innerhalb Gurit bedeutet, dass der Anstieg an schädlichen Chemikalien effektiv gehandhabt und auf einem realisierbaren Niveau aufrechterhalten werden kann.

Die Strategie der Gurit zum Umgang mit gefährlichen Chemikalien beruht auf vier zugrundeliegenden Ideen, von denen wir überzeugt sind, dass sie dazu beitragen werden sicherzustellen, dass die Produkte, die wir herstellen oder verwenden, die schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Umwelt minimieren werden.

  1. Chemische Substitution
  2. Gefahrenbewertung und –kommunikation
  3. Lieferkettenmanagement
  4. Nachhaltige Chemie

1) „Chemikalien von hoher Priorität“ bewerten und vermeiden:

Wir verfolgen einen Ansatz für den Umgang mit Chemikalien, mit dem wir beabsichtigen, Exposition entweder zu beseitigen oder zu minimieren, sofern die Gefahren nicht verhindert werden können. Zu diesem Zweck

  • identifizieren wir „Chemikalien von hoher Priorität“, die wir aktuell verwenden.
  • bewerten wir aktiv die Möglichkeit der Verwendung alternativer, weniger gefährlicher Chemikalien.
  • konzentrieren wir uns auf die Entwicklungsphase neuer Produkte, um herauszufinden, wann und wo diese weniger gefährlichen Chemikalien eingesetzt werden können.
  • entwickeln wir Projekte, die „Chemikalien von hoher Priorität“ eliminieren oder substituieren sollen.
  • ersetzen wir „Chemikalien von hoher Priorität“ in unseren bestehenden Produkten und Herstellungsverfahren, sofern dies technisch und wirtschaftlich möglich ist.
  • wenden wir geeignete und vernünftige Risikomanagementansätze an, wenn eine Eliminierung oder Substitution nicht möglich ist.
  • berichten wir KPIs in Bezug auf die Substitution oder Reduktion von „Chemikalien von hoher Priorität“.

2) Gefahrenbewertung und –kommunikation:

Ein umfassendes Verständnis chemischer Gefahren ist unerlässlich für die Entscheidungsfindung und ein solides Risikomanagement. Aus diesem Grund

  • wenden wir Bewertungsansätze an, die wichtige Gefahren für die Umwelt, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz identifizieren, die mit all unseren verwendeten Chemikalien verbunden sind.
  • holen wir Informationen zum Umweltschutz und zur Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz von unseren Zulieferern im Hinblick auf nicht eigene Chemikalien ein.
  • versorgen wir die relevanten Interessengruppen (z. B. Mitarbeiter, Auftragnehmer, Kunden usw.) mit Informationen zu chemischen Gefahren, damit diese geeignete Risikomanagementansätze verfolgen können.
  • führen wir regelmäßige Überprüfungen von Produkten und Rohstoffen durch, um jede Möglichkeit für eine neue Rezeptur zu erkennen, um ein Produkt mit geringerer Gefahr herzustellen.

3) Lieferkettenmanagement:

Wir erkennen an, dass wir eine Rolle spielen, wenn es darum geht, einen verantwortlichen Umgang mit gefährlichen Chemikalien über unsere gesamte Lieferkette zu fördern und einheitliche Standards auf unsere Partner in der Lieferkette anzuwenden. Dies wird dadurch erreicht, dass

  • wir von unseren Zulieferern die Einhaltung aller gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen fordern.
  • globale Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen an Schlüssellieferanten festgelegt und gegebenenfalls Bewertungen potentieller Zulieferer vor Vertragsabschluss durchgeführt werden.
  • wir mit den Zulieferern zusammenarbeiten, um „Chemikalien von hoher Priorität“ aus den Rohstoffen zu entfernen, soweit dies technisch möglich ist.
  • den Kunden auf Wunsch alle unsere Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung gestellt und ihnen automatisch Aktualisierungen zugesendet werden.

4) Nachhaltige Chemie:

Wir sind der Meinung, dass „grüne Chemie“ so weit wie möglich gefördert werden sollte. Daher arbeiten wir daran Gelegenheiten für die Nutzung nachhaltiger chemischer Technologien zu erkennen, wo immer dies möglich ist:

  • Verbesserung der Prozessgestaltung und -effizienz, um den dazugehörigen Abfall oder die dazugehörigen Emissionen zu minimieren und zu reduzieren.
  • Ausloten von Möglichkeiten für die Nutzung erneuerbarer Ressourcen.
  • Minimierung energieintensiver Herstellungsprozesse.
  • Ausloten und Optimieren von Recycling- und Wiederverwendungsmöglichkeiten.