Produktverantwortung

Rechtsvorschriften

Als global tätiges Unternehmen muss Gurit chemische Vorschriften einhalten, die in vielen verschiedenen Regionen erlassen sind. Im Folgenden sind ein paar dieser Vorschriften aufgeführt. Die nachstehende Karte zeigt Gebiete mit aktuellen und in der Ausarbeitung befindlichen chemischen Regelwerken. Sie beinhaltet nicht die aktuelle GHS-Verordnung.

GHS Regulation Map

GHS (global harmonisiertes System)

Das Global Harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien oder kurz GHS ist ein von den Vereinten Nationen erstelltes, international vereinbartes System. Es soll die verschiedenen Einstufungs- und Kennzeichnungsstandards, die in den verschiedenen Ländern angewendet werden, ersetzen, indem einheitliche Kriterien an die Einstufung und Kennzeichnung auf einer globalen Ebene angelegt werden. Seine Ausarbeitung begann auf der Rio-Konferenz der Vereinten Nationen im Jahre 1992, als sich die Internationale Arbeitsorganisation (IAO), die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), verschiedene Regierungen und andere Interessengruppen bei einer Konferenz der Vereinten Nationen trafen. In der EU ist das System als CLP-Verordnung bekannt (Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung).

Die wichtigsten Punkte des GHS:

  • Globales System zur Einstufung von gefährlichen Chemikalien (einige Abweichungen existieren immer noch)
  • Harmonisierte Piktogramme
  • Ersetzen der Gefahrensätze mit Gefahrenhinweisen
  • Ersetzen der Sicherheitssätze mit Sicherheitshinweisen
  • Weltweit einheitliches Format für Sicherheitsdatenblätter

GHS

Die Umsetzungsfristen variieren nach Region, was bedeutet, dass die ordnungsgemäße Kennzeichnung und das Sicherheitsdatenblatt (MSDS) für das Land, in welches das Produkt gesendet wird, in dem Format erfolgen muss, das in dieser Region erforderlich ist.

REACH-Verordnung (Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien)

Am 1. Juni 2007 trat das größte Regelwerk, das die EU jemals verabschiedet hat, mit der Bezeichnung REACH (Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien), EG 1907/2006, in Kraft.

REACH steht für Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals, also für die Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien, und erfordert die Registrierung aller Chemikalien, die in Mengen ab 1 Jahrestonne in der EU hergestellt und in die EU importiert werden, bis zum 1. Juni 2018.

Zweck der REACH-Verordnung ist:

  • ein hohes Maß an Schutz der menschlichen Gesundheit und Umwelt vor der Verwendung von Chemikalien bereitzustellen.
  • diejenigen Personen, die Chemikalien auf den Markt bringen (Hersteller und Importeure), dafür verantwortlich zu machen, dass die mit dem Einsatz der Chemikalien verbundenen Gefahren verstanden und gesteuert werden.
  • den freien Verkehr von Stoffen auf dem EU-Markt zu ermöglichen.
  • die Innovation in und die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie in der EU zu fördern.
  • die Anwendung alternativer Methoden für die Bewertung von Gefahreneigenschaften von Stoffen, z. B. quantitative Struktur-Aktivitäts-Beziehungen (QSAR) und „Read-across"-Verfahren, zu fördern.

Da wir selbst ein nachgeschalteter Anwender (Downstream User) von Chemikalien sind, ist es wichtig, dass wir die Einführung von REACH vorantreiben, um unsere Lieferkette zu schützen und weiterhin Produkte von höchster Qualität und Konsistenz herzustellen.

Der Toxic Substances Control Act 1976 (TSCA)

Der Toxic Substances Control Act 1976 (TSCA) ist ein US-Gesetz, das 1976 verabschiedet wurde und von der Umweltbehörde der Vereinigten Staaten [United States Environmental Protection Agency (EPA)] verwaltet wird. Der TSCA ist ein Bestandsverzeichnis der Chemikalien, die derzeit auf dem US-Markt verwendet werden. Die im Bestandsverzeichnis des TSCA geführten Chemikalien werden als „bestehende Chemikalien“ bezeichnet, während nicht gelistete Chemikalien als neue Chemikalien bezeichnet werden. Der TSCA verbietet die Herstellung oder Einfuhr von Chemikalien, die sich nicht auf der Bestandsliste befinden oder keiner der vielen Ausnahmen unterliegen.

Die Einführung neuer oder bereits bestehender Chemikalien wird durch die drei Hauptziele des TSCA geregelt:

  • Bewertung und Regulierung neuer kommerzieller Chemikalien, bevor sie auf den Markt gebracht werden dürfen.
  • Regulierung bestehender Chemikalien, die ein „übermäßiges Risiko für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt“ darstellen.
  • Regelung des Vertriebs und der Verwendung dieser Chemikalien.

Die EPA prüft Notifikationen für neue Chemikalien, und wenn sie ein „übermäßiges Risiko für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt“ entdeckt, kann sie den Stoff durch Einschränkung der Verwendung und der Produktionsmenge regulieren oder sogar ganz verbieten.

2016 wurde der Frank R. Lautenberg Chemical Safety for the 21st Century Act (Reform des TSCA) als die erste größere Überarbeitung in vielen Jahren verabschiedet. Teil der Reform ist die „Rücksetzung“ der TSCA-Bestandsverzeichnisses. Dies ist ein Programm, um das TSCA-Bestandsverzeichnis zu überarbeiten und Chemikalien als entweder aktiv oder inaktiv zu bezeichnen.